Spiele auf dem Land

Unsere Kinder - auch wenn sie jedes nur erdenkliche Spielzeug unserer globalisierten Welt besitzen - werden die selbstgemachten Spielsachen sehr schätzen, mit denen sich ihre Gleichaltrigen vor 50 oder 100 Jahren vergnügten Die Geschäfte waren weit weg, das Geld war knapp und diente nur zum notwendigsten Lebensunterhalt. Trotzdem bot das Landleben den Kindern damals viele Möglichkeiten der Unterhaltung, von denen unsere heutigen nur träumen können.Der "Sciupitì" (eine einfache Luftdruckpistole) wurde aus den Stängeln des dreijährigen Holunders gebaut. Das weiche Mark (aus dem man auch "Zigaretten" herstellen konnte) wurde entfernt und zum Funktionieren war noch ein Kolben vonnöten, der aus dem "Sanguen"-Holz gefertigt wurde, das sich in Hecken findet, in grünem Zustand leicht zu verarbeiten ist, getrocknet aber sehr hart wird. Als Geschosse dienten die Früchte des Lorbeerbaumes.Man stopfte jeweils zwei Früchte in das Rohr und mit dem Holzkolben wurde ein Druck erzeugt,der jeweils eine Frucht mit Knall und etwas Rauch herausschleuderte. Die Kinder hatten Spaß daran. Seifenblasen Das ist eines der ältesten Spiele der Welt und mit ein wenig Spülmittel und Wasser in einem Glas leicht zu machen. Zum Blasen werden die Stängel des wilden Fenchels verwendet, die man oft in den Bergen findet. Sie haben eine Mündungsöffnung 5-6cm, das Resultat sind Seifenblasen von 15 cm Durchmesser. Wer`s nicht glaubt, soll es probieren!